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Zentralklinik Bad Berka | 19.06.2020

Die Patientengeschichte: erfolgreicher Kampf gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung

„Nur eine Wimpernbreite in die richtige Richtung“

Heiko M. kann nächstes Jahr Mitte Mai einen weiteren Geburtstag feiern. Der 48-Jährige überstand einen schweren COVID-19-Verlauf und kämpft nun um seine Kondition, seine Ausdauer und um jeden Zentimeter auf dem Weg in das „alte“ Leben.

Anfang März 2020 leidet Heiko M. aus Königsee an Fieber und Appetitlosigkeit. 14 Tage bleibt er zu Hause, doch es wird nicht besser. Der Ingenieur wird ins Saalfelder Krankenhaus gebracht. Dort wird die Corona-Virusinfektion diagnostiziert. Sein Zustand verschlechtert sich, seine Lunge ist stark von der Erkrankung betroffen und Ende März bringt ihn ein Rettungswagen in die Zentralklinik Bad Berka, eines von zwei Level1-Krankenhäusern in Mittelthüringen für COVID-Patienten mit einer Spezialstation und einer Spezial-Ambulanz.

Sechs Wochen lang liegt Heiko M. beatmet im künstlichen Koma. Er ist ein relativ junger COVID19-Patient mit einem dramatischen Verlauf. „Wenn ich daran denke, wie sich meine Familie gefühlt haben muss, diese langen Wochen zwischen Bangen und Hoffen. Sie haben diese Zeit bewusst erlebt, ich habe es verschlafen“, sagt Heiko M. Es gehe ihm gut, er müsse nun Muskeln aufbauen, zu lange gab es keine Bewegung. Es sei anstrengend, alles neu zu lernen, z. B. einen Löffel zu halten. Doch er will vorankommen, sich von den „netten Physiotherapeutinnen quälen“ lassen.

Seine Augen strahlen. Schmal und doch sehr optimistisch sitzt Heiko M. in seinem Bett auf der Intensivstation. Sein Coronatest ist seit einigen Tagen negativ. Er kann gut sprechen und er ist froh: „Es war kritisch, nur eine Wimpernbreite in die richtige Richtung. Ich hatte und habe so viel Glück“, beschreibt er dankbar. Wenn er von seiner Familie, seiner Frau, seinen Kindern, seinen Eltern erzählt, verfliegt auch die Schwere. „Ich freue mich so auf mein Zuhause. Ich muss nun meine Muskeln aufbauen und nächstes Jahr kann ich wieder Fahrrad fahren, im Garten arbeiten, Brennholz machen“, lacht er.

Wo er sich infiziert hat, weiß er nicht. Er habe sich an alle Regeln gehalten. Doch das herauszufinden, ist für ihn nicht so wichtig. „Nächstes Jahr will ich ein großes Fest feiern. Dann stoße ich auf diesen zweiten Geburtstag an und dabei denke ich auch an die Ärzte, die Schwestern und Pfleger hier. Ich werde mich gern erinnern, vor allem an die aufmunternden Worte, die Freundlichkeit, den Enthusiasmus. An all die Situationen, die ich bewusst und vielleicht ja auch unbewusst im Koma erlebt habe“.


Sechs Wochen war Heiko M. (Bildmitte) Patient von Dr. Michael Weber, Chefarzt der Klinik für Pneumologie (li.) und PD Dr. med. Torsten Schreiber, Chefarzt der Abteilung für Intensiv- und Notfallmedizin (re.) © Delf Zeh/Zentralklinik Bad Berka